• Die Zukunft mitgestalten

    Die Hector Fellow Academy stößt innovative Forschungsprojekte in neuen wissenschaftlichen Fragestellungen an.

Symposium 2021

Expeditionen ins Unbekannte - Extreme Erdregionen Nordpol und Tiefsee

Bitte beachten Sie, dass der Vortrag von Prof. Dr. Rex nur für eine zeitversetzte Teilnahme bis zum 16. Juli 2021 abrufbar ist.

Tiefsee und Arktis als Zeugen des Klimawandels

Aufzeichnung mit Antje Boetius, Markus Rex und Dirk Steffens verfügbar

Bremen - Das Symposium der Hector Fellow Academy mit dem Titel „Expeditionen ins Unbekannte - Extreme Erdregionen Nordpol und Tiefsee“ fand am Donnerstag, den 8. Juli 2021, statt. Das Symposium wurde live aus dem Studio Bremedia in Bremen übertragen. Die Hector Fellow Academy lud gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern, der Universität Bremen und dem Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, ein. Etwa 1.100 Zuschauer*innen nahmen das Angebot wahr und konnten Fragen zu den Vorträgen stellen. Die Aufzeichnung der Veranstaltung steht nun auf YouTube zur Verfügung.

Das Forschungsschiff Polarstern auf der Arktisexpedition MOSAiC (Copyright: Michael Gutsche)

Das diesjährige Symposium der Hector Fellow Academy fand nicht, wie üblich, mit Publikum an einem der Standorte der Hector Fellows in Deutschland statt. Nach der Verschiebung vom letzten auf dieses Jahr wurde das Symposium mit der wissenschaftlichen Ausrichterin Prof. Dr. Antje Boetius, Tiefsee- und Meeresbiologin, Professorin an der Universität Bremen und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, in diesem Jahr live aus Bremen übertragen. Die Veranstaltung war dennoch ein voller Erfolg. Etwa 1.100 Teilnehmer*innen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich hatten sich zugeschaltet, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die Vorträge des Abends waren von Prof. Dr. Antje Boetius und dem Klimaforscher Prof. Dr. Markus Rex, Leiter der Expedition MOSAiC, Leiter der Abteilung Atmosphärenphysik des Alfred-Wegener-Instituts.

Die Eröffnung des Symposiums erfolgte durch Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen. Durch die Veranstaltung führte der Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator Dirk Steffens.

Prof. Dr. Antje Boetius ging in ihrem Vortrag "Funktionen der Tiefsee für Erde und Leben" auf die Vielfalt der Lebensformen und Meereslandschaften ein, die sich in der Tiefsee verbergen. Sie betonte, die Tiefsee könne als das Lebenserhaltungssystem des „Raumschiffs Erde“ gelten, weil sie nicht nur die Hälfte des lebensnotwendigen Sauerstoffs produzieren, sondern zugleich CO2 speichern. Die Tiefsee ist voll mit faszinierendem Leben, trotzdem ist sie bis heute kaum erforscht. Schätzungsweise 10 Millionen Arten, so Antje Boetius, warten noch auf ihre Entdeckung, 90% der Artenvielfalt der Erde finden sich in den Meeren.

Im Vortrag "Eingefroren am Nordpol - Expedition zum Epizentrum des Klimawandels" von Prof. Dr. Markus Rex ging es in eine der kältesten Regionen der Erde: In seinem Vortrag berichtete er von der bisher größten Arktisexpedition MOSAiC. Im Oktober 2019 ließ sich der Forschungseisbrecher Polarstern fest in das arktische Meereis einfrieren, um nur mit der Kraft der natürlichen Eisdrift ein ganzes Jahr durch die zentrale Arktis zu treiben. Die Beobachtungen sind faszinierend, aber auch erschreckend, lassen sich doch in der Arktis die Folgen des Klimawandels bereits jetzt deutlich erkennen. Im Sommer kam es zu weiträumigem massiven Schmelzen der Eisschicht, wo sich noch in den 1990er-Jahren das Eis behaupten konnte. Die Daten der Expedition sollen in Zukunft dazu dienen, in Klimamodellen die Mechanik des arktischen Klimasystems besser erfassen zu können.

Trotz bedrohlicher Aussichten war die Kernbotschaft des Abends eine optimistische, die die Notwendigkeit des Handelns betonte. Markus Rex plädierte dafür, das „kurze Zeitfenster zu nutzen, um das sommerliche Eis der Arktis noch zu retten“, um einen Kipppunkt und dadurch fatale Ereignisketten im Klimasystem zu verhindern. Antje Boetius betonte die Bedeutung des gemeinsamen Handelns: „Nur Zusammenhalt bringt uns weiter. Wissen teilen und nach vorne schauen, um die Zukunft zu erobern. Das wäre mein Wunsch.“

Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist nun auf YouTube abrufbar unter https://www.youtube.com/watch?v=jjT2g0TSmAA. Bitte beachten Sie, dass der Vortrag von Prof. Dr. Rex nur für eine zeitversetzte Teilnahme bis zum 16. Juli 2021 abrufbar ist.

Die jährlich stattfindenden Symposien der Hector Fellow Academy zielen darauf ab, aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen in einen gesellschaftspolitischen Kontext zu stellen. In Vorträgen renommierter Redner*innen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft werden Brücken zwischen den Forschungsthemen der Hector Fellows und den zentralen Herausforderungen unserer Zeit geschlagen. Diskussionsrunden fördern den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und tragen dazu bei, zukunftsweisende Diskurse anzustoßen.

Das nächste HFA-Symposium wird am 7. Juli 2022 in Karlsruhe zum Thema „3D-Druck - Maßgeschneidert und auf Knopfdruck“ stattfinden. Wissenschaftlicher Ausrichter ist der Physiker Prof. Dr. Martin Wegener, Professor am Institut für Angewandte Physik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Sprecher des Exzellenzclusters 3D Matter Made to Order (3DMM2O) und Präsident der Hector Fellow Academy.