• Die Zukunft mitgestalten

    Die Hector Fellow Academy stößt innovative Forschungsprojekte in neuen wissenschaftlichen Fragestellungen an.

Symposium 2015

Lokale Wissenschaft & globale Herausforderungen

Das erste öffentliche Symposium der Hector Fellow Academy fand am 02. Juli 2015 in Kooperation mit der Eberhard Karls Universität Tübingen statt. Unter dem Titel „Lokale Wissenschaft und globale Herausforderungen“ diskutierten namhafte Vertreter aus Wissenschaft und Politik über Ansätze zur Lösung der zentralen Herausforderungen unserer Zeit.

Professor Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen, und Professor Eberhart Zrenner, Hector Wissenschaftspreisträger und Organisator des Symposiums, begrüßten die rund 90 Gäste, die bei sommerlichen Rekordtemperaturen nach Tübingen gekommen waren.

In ihrer Rede unterstrich Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, die zentrale Verantwortung von Wissenschaft, richtige und relevante Fragen für den Umgang mit globalen Herausforderungen zu stellen. Wissenschaft müsse ein Verständnis dafür entwickeln, im Dienste der Gesellschaft zu handeln. Zu diesem Zweck fördert die Ministerin beispielsweise Reallabore, wo Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft an konkreten Projekten zusammenarbeiten. Aufgabe guter Forschungspolitik sieht sie darin, Freiräume für die Arbeit der WissenschaftlerInnen zu schaffen und diese zu schützen. Aktuell würde diese Freiheit durch die Abhängigkeit von kurzfristigen Drittmitteln, durch die späte akademische Selbstständigkeit sowie durch die sogenannte „Verzweckung“ aufgrund der starken Fokussierung auf Anwendungsforschung bedroht. Zur Bekämpfung dieser Bedrohungen ist aus ihrer Sicht unter anderem eine bessere Balance zwischen Projekt- und Grundfinanzierung der Universitäten notwendig.

 

 

Professorin Antje Boetius vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen berichtete aus den spannenden Tiefen des Ozeans: Sie warf beispielsweise die Frage auf, wie sich einzelne Tiere in den Weiten des Meeres zur Vermehrung finden. Häufig würden bei Expeditionen am Meeresboden Tierarten zum ersten Mal identifiziert, die danach nicht wieder gefunden werden. Inwiefern dieses Ergebnis für ein Aussterben dieser Spezies spreche, könne noch nicht beantwortet werden. Sie kritisierte, dass heute vor allem solche Forschung gefördert werde, die darauf abzielt, mithilfe des Ozeans weiteres wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen. Die Zukunft des Ozeans beschreibt sie als „warm, hoch, sauer und sauerstoffarm“. Vor diesem Hintergrund und der zentralen Bedeutung des Ozeans für die Menschheit hält sie es für wichtig, ein besseres Verständnis über die Vorgänge in der Tiefsee zu gewinnen. Hierzu sei es unter anderem erforderlich, Wissen aus verschiedenen Disziplinen zusammenzutragen.

 

 

Aspekte aus beiden Vorträgen wurden in der anschließenden Podiumsdiskussion gemeinsam mit Professor Bernd Engler, Professorin Carolin Huhn (Plattform Umweltsystemanalytik, Universität Tübingen) und Professorin Doris Wedlich (Bereichsleiterin für Biologie, Chemie & Verfahrenstechnik, Karlsruher Institut für Technologie) aufgegriffen. Die Teilnehmer diskutierten über die Verantwortlichkeiten verschiedener Akteure sowie über notwendige Rahmenbedingungen zur Lösung globaler Herausforderungen. Dabei wurde die Relevanz von interdisziplinären Forschungsverbünden hervorgehoben, bei denen sowohl Grundlagen- als auch Anwendungsforschung zum Tragen kommen müsse. Darüber hinaus sei ein Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus Forschung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gefordert.


Beim anschließenden Sektempfang nutzen die Gäste die Möglichkeit, sich untereinander sowie mit den Rednern und Hector Fellows in entspannter Atmosphäre auszutauschen.

Fotos: Foto-Grafikatelier Gudrun de Maddalena