• Hector Fellows

    Ausgezeichnete SpitzenforscherInnen aus den MINT-Fächern.

Auszeichnung für einen der „Väter“ der Optogenetik

Hector Wissenschaftspreis geht an Prof. Dr. Peter Hegemann aus Berlin

v.l.: Dr. h.c. Hans-Werner Hector, Josephine Hector, Ministerin Theresia Bauer, Prof. Dr. Peter Hegemann

HEIDELBERG/WEINHEIM. Prof. Dr. Peter Hegemann von der Humboldt-Universität Berlin erhält in diesem Jahr den mit 150.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Hector Stiftung. Die Jury zeichnet damit die herausragenden Forschungsleistungen Hegemanns auf dem Gebiet der Optogenetik aus – dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit der Kontrolle von genetisch modifizierten Zellen mittels Licht. Bei der festlichen Preisverleihung im Hotel Europäischer Hof in Heidelberg würdigte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer den Mut Hegemanns, der bei seinen Forschungen neue Wege beschritten und damit der Wissenschaft enorme Impulse gegeben habe. Im Namen der Landesregierung dankte die Ministerin den Stiftern Josephine und Dr. h.c. Hans-Werner Hector, die diese „großartige Auszeichnung für exzellente Wissenschaftler“ nunmehr zum achten Mal vergeben hat.

Hegemann gilt als einer der „Väter“ der Optogenetik. Der 60-Jährige beschäftigt sich bei seiner Grundlagenforschung mit lichtempfindlichen Proteinen (Eiweißmolekülen). Dabei entdeckte er eine Art molekularen Lichtschalter (Kanal-Rhodopsin), mit dem man Zellen sehr präzise steuern kann. Dieses Werkzeug sorgte in der Wissenschaft für enormes Aufsehen. Denn es ermöglichte Hirnforschern, mit vergleichsweise einfachen Mitteln bestimmte Nervenzellen zu studieren und nach Therapieansätzen zu suchen. Hegemann gelang es beispielsweise, einzelne Nervenzellen mit zuvor unerreichter Präzision durch Licht anzuregen und damit gezielte Verhaltensänderungen bei Mäusen herbeizuführen.  Wissenschaftler auf der ganzen Welt suchen nun nach Wegen, dieses Werkzeug eines Tages auch beim Menschen einsetzen zu können. Dabei steht die Behandlung von Parkinson und anderen Krankheiten im Fokus.  

Hegemann wurde in den Kreis der „Hector Fellows“ aufgenommen, dem nunmehr 21 Wissenschaftler angehören. Auch wenn die Forschungsgebiete der Preisträger verschieden sind, so verbindet die „Fellows“ – neben der herausragenden Qualität ihrer Arbeiten – das hohe  Engagement in der Lehre. Diese Kombination ist der Hector Stiftung besonders wichtig. Aus diesem Grund wurde 2014 auch die „Hector Fellows Academy“ aus der Taufe gehoben. Sie dient den Preisträgern als Forum und bietet zehn Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, eigene Projekte – unter der Betreuung eines „Hector Fellow“ – als Doktorand zu bearbeiten. Weiterhin werden vier Postdoktorandenstellen in Verbindung mit fachübergreifenden Projekten mehrerer Hector Fellows geschaffen.

Der Dank des Stifters Dr. h.c. Hans-Werner Hector galt abschließend der Jury, welche die Auswahl des Preisträgers getroffen hat.

Mitglieder der Jury für 2016
Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell, Prof. Dr. Dr. h.c. Otmar D. Wiestler (Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft), Prof. Dr. Klaus van Ackern (Alt-Dekan der medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg) und Dr. John Feldmann (ehemaliger Vorstand der Hertie-Stiftung).
Als Vertreter der Hector Fellows: Prof. Dr. Doris Wedlich und Prof. Dr. Hilbert von Löhneysen
Der Vorstand der Hector Stiftung II: Josephine Hector und Dr. h.c. Hans-Werner Hector sowie Uwe Bleich und Horst-Bodo Schauer.