• Hector Fellows

    Ausgezeichnete SpitzenforscherInnen aus den MINT-Fächern.

Eine Tafelrunde an Spitzenwissenschaftlern

Forschungspreis der Hector Stiftung II geht an Professoren aus Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg

HEIDELBERG/WEINHEIM. Drei herausragende Wissenschaftler deutscher Elite-Universitäten erhielten am 4. Februar 2011 den mit jeweils 150.000 Euro dotierten Hector Forschungspreis: Professor Stephen Hashmi (Universität Heidelberg), Professor Jürg Leuthold (Karlsruher Institut für Technologie, KIT) und Professor Jens Timmer (Universität Freiburg). Die Hector Stiftung II würdigte damit sowohl die bahnbrechenden Forschungsleistungen der Naturwissenschaftler als auch ihre Grundhaltung als Hochschullehrer. Als neue Hector Fellows bilden sie nun mit den bisherigen Preisträgern eine Tafelrunde von insgesamt neun Spitzenwissenschaftlern.

Der 48-jährige Chemiker Professor Stephen Hashmi wird für seine Pionierarbeiten auf dem Gebiet der homogenen Gold-Katalyse ausgezeichnet. Hashmi fand heraus, dass entgegen der gängigen Lehrmeinung bestimmte chemische Reaktionen durch Anwesenheit von kleinsten Mengen Gold schneller und unter geringerem Energieeinsatz ablaufen als mit gängigen Katalysatoren wie Platin oder Silber. Mittlerweile beschäftigen sich weltweit mehr als 100 Forschungsgruppen mit diesem Thema. Potenzielle Anwendungen liegen zum Beispiel in der Herstellung von Arzneimitteln und Werkstoffen.

Als Experte auf dem Gebiet der Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung entwickelte Professor Jürg Leuthold (44) mit seinem Team ein optisches Verfahren, durch welches man die größte je auf einen einzigen Laserstrahl kodierte Datenmenge von 10 Terabit/s in Echtzeit kodieren und dekodieren kann. Vor drei Jahren gelang es dem Physiker, einen der schnellsten optischen Siliziumchips zu bauen. Vier Mal schneller als aktuell in Telekommunikationsgeräten verwendete Chips, ist er zudem etwa 50 Mal kleiner.

Professor Jens Timmer (46) hat sich bereits vor über zehn Jahren als einer der ersten Wissenschaftler Deutschlands der Systembiologie verschrieben. Dieser Ansatz verspricht ein neues, exakteres Verständnis von Lebensprozessen, da er Biologen, Mediziner, Physiker und Mathematiker in der Forschung vereint. Professor Timmer stellt biologische Prozesse in mathematischen Formeln dar, mit deren Hilfe unter anderem Signalwege entschlüsselt werden, die bei der Krebsentstehung von Bedeutung sind.